CNC-Wasserstrahlschneidanlagen
Flachbett-, Portal-, Mehrkopf- und Mehrachssysteme kombinieren Hochdrucktechnik, Schneidkopf, Achskinematik und Prozesssoftware für reproduzierbare Konturen.
Anlagenkonzepte
Anlagenbauform und Automatisierungsgrad richten sich nach Werkstück beziehungsweise Objekt, Prozessziel, Durchsatz, Zugänglichkeit und Schutzkonzept. Der Oberbegriff umfasst deshalb deutlich mehr als klassische CNC-Schneidtische.
Flachbett-, Portal-, Mehrkopf- und Mehrachssysteme kombinieren Hochdrucktechnik, Schneidkopf, Achskinematik und Prozesssoftware für reproduzierbare Konturen.
Werkstückaufnahme, definierte Düsenführung, Wasserführung, Filtration und gegebenenfalls Trocknung werden in einer eingehausten Zelle zu einem reproduzierbaren Prozess kombiniert.
Elektro- oder dieselbetriebene Aggregate versorgen Pistolen, Lanzen und mechanische Wasserwerkzeuge direkt am Einsatzort. Typische Aufgaben sind Reinigen, Entschichten und Materialabtrag.
Schlauchvorschub, Führungslanzen, Rotordüsen und Tankreinigungsköpfe sind auf Innenkonturen und definierte Werkzeugbewegung ausgelegt.
Für die Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile existieren geschlossene Kabinen, in denen Stützmaterial mit einem handgeführten Wasserstrahl entfernt wird.
Komplexe Geometrien, hohe Variantenvielfalt oder besondere Schutzanforderungen können robotische Kinematik, Positionierer und individuell ausgelegte Prozesszellen erfordern.
Eine Wasserstrahlanlage besteht aus fünf Baugruppen. Ihr Zusammenspiel bestimmt die Leistungsfähigkeit der Anlage und zugleich die Schwachstellen, an denen sie im Betrieb ausfällt.
Zulauf, Filtration und Konditionierung. Bestimmt die Standzeit von Dichtungen und Ventilen, nicht die Schneidleistung.
Druckübersetzer oder Direktantrieb, dazu Druckspeicher. Legt Druck und Volumenstrom fest und damit die verfügbare Leistung.
Leitungen, Drehdurchführungen und Ventile. Das sicherheitskritische Teilsystem, unterliegt eigenen Prüfpflichten.
Düse, Schneidkopf oder Rotationswerkzeug. Wandelt Druck in einen nutzbaren Strahl und ist das Hauptverschleißteil.
Handlanze, Portal, CNC-Achsen oder Roboter. Entscheidet über Reproduzierbarkeit und Taktzeit.
In Beschaffungsprojekten wird zuerst über die Pumpe gesprochen und zuletzt über die Wasseraufbereitung. Im Betrieb kehrt sich das um: Die Pumpe leistet, was im Datenblatt steht, während unzureichend aufbereitetes Wasser Dichtungen und Ventilsitze in einem Bruchteil der erwarteten Standzeit zerstört.
Die Bauform folgt der Aufgabe, nicht dem Budget. Wer eine Schneidanlage kauft, um gelegentlich zu reinigen, hat beides schlecht gelöst.
| Bauform | Typischer Druck | Aufgabe | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| CNC-Schneidanlage | 3.000–6.000 bar | Trennen von Blech, Stein, Glas, Verbundwerkstoffen | Schneidtisch mit Wasserbecken, Portal- oder Brückenachsen, Abrasivdosierung |
| Entgratzelle | 500–2.000 bar | Grate an Bohrungen und Innenkonturen | Geschlossene Kabine, Werkstückaufnahme, meist roboter- oder achsgeführt |
| Reinigungs- und Entschichtungsanlage | 500–2.500 bar | Flächen entschichten, Bauteile reinigen | Kabine oder ortsveränderlicher Aufbau, Rotationswerkzeuge, Wasserrückführung |
| Mobiles Hochdruckaggregat | 500–3.000 bar | Baustelle, Betonabtrag, Instandhaltung | Anhänger oder Container, Verbrennungsmotor, Handlanze oder Manipulator |
| Rohr- und Tanksystem | 500–2.000 bar | Innenreinigung von Rohren, Wärmetauschern, Behältern | Schlauchvorschub, rotierende Köpfe, Fernbedienung |
| Roboterzelle | 1.000–6.000 bar | Dreidimensionale Konturen, wechselnde Bauteile | Knickarmroboter mit Schutzumhausung, hohe Rüstflexibilität |
Druckangaben sind gebräuchliche Bandbreiten und keine Festlegung; die Grenzen überschneiden sich je nach Aufgabe.
| Kriterium | CNC-Schneidanlage | Roboterzelle | Mobiles Aggregat |
|---|---|---|---|
| Reproduzierbarkeit | |||
| Flexibilität bei wechselnden Bauteilen | |||
| Dreidimensionale Konturen | |||
| Einsatz vor Ort | |||
| Investitionsaufwand | |||
| Aufwand für Schutzeinrichtungen |
Qualitative Einordnung. Im Einzelfall entscheiden Bauteil, Stückzahl und Standort.
Welche Angaben ein Lieferant braucht, um eine Bauform belastbar vorzuschlagen, steht im Lastenheft. Was die gewählte Anlage im Betrieb kostet, rechnet die Seite Betriebskosten durch.