Industrielle Wasserstrahltechnik

Wasserstrahl­technik für industrielle Prozesse.

Wasserstrahlanlagen werden zum Schneiden, Reinigen, Entschichten, Entgraten und für spezielle Nachbearbeitungsaufgaben eingesetzt. Die passende Systemtechnik ergibt sich aus Prozessziel, Werkstoff oder Verschmutzung, erforderlichem Durchsatz, Strahlwerkzeug und Automatisierungsgrad.

Kompakte Übersicht von Systemkern und vier industriellen Wasserstrahlanwendungen
SchneidenHochdruckreinigungEntgraten & Sonderprozesse
Schematische Übersicht von Druckerzeugung und industriellen Wasserstrahlanwendungen

Anwendungsbreite

Wasserstrahlanlagen sind keine einheitliche Maschinenklasse.

Ein CNC-Schneidsystem, eine stationäre Entgratzelle und ein mobiles Höchstdruckaggregat nutzen denselben Energieträger, unterscheiden sich konstruktiv jedoch grundlegend. Für die Auswahl zählt deshalb zuerst die Prozessaufgabe.

A

Trennen

Wasserstrahlschneiden

Reinwasser- und Abrasivwasserstrahlen ermöglichen kaltes Trennen ohne klassische thermische Wärmeeinflusszone. Schneidkopf, Pumpentechnik, Achssystem und Prozesssoftware bilden dabei ein abgestimmtes Gesamtsystem.

Schneidtechnik →
B

Reinigung & Abtrag

Oberflächen bearbeiten

Druck, Volumenstrom, Düsenbild und Vorschub bestimmen, ob Verschmutzungen gelöst, Beschichtungen entfernt oder Oberflächen gezielt abgetragen werden.

Reinigungsprozesse →
C

Innengeometrien

Rohre und Behälter

Rotierende Düsen, Lanzen, Schlauchvorschübe und Tankreinigungsköpfe erschließen Geometrien, bei denen Werkzeugführung und Rückstoßbeherrschung im Mittelpunkt stehen.

Rohr- & Tanktechnik →
D

Nachbearbeitung

Additive Fertigung

Geschlossene WaterJet-Kabinen werden unter anderem eingesetzt, um lösliches beziehungsweise gelartiges Stützmaterial von PolyJet-Bauteilen zu entfernen.

Post-Processing →

Systemtechnik

Druckerzeugung, Strahlwerkzeug und Prozessführung werden gemeinsam ausgelegt.

Die hydraulische Leistung allein beschreibt noch keine geeignete Wasserstrahlanlage. Erst das Zusammenspiel aus Pumpe, Wasserqualität, Düse, Werkzeugbewegung, Sicherheit und Rückstandsmanagement bestimmt die Prozessfähigkeit.

Technik im Detail
01
Medienversorgung

Wasserqualität, Zulaufbedingungen und Filtration müssen den Vorgaben von Pumpe und Prozess entsprechen.

02
Druckerzeugung

Betriebsdruck, Förderstrom und Antriebsleistung werden auf Werkzeug und Bearbeitungsaufgabe abgestimmt.

03
Strahlwerkzeug & Führung

Düse, Schneidkopf, Lanze oder Rotationswerkzeug übertragen die hydraulische Leistung auf die gewünschte Geometrie.

04
Prozessumgebung

Einhausung, Verriegelung, Wasserführung, Rückstände, Automatisierung und Wartungszugang gehören zur Systemauslegung.

Anlagenauswahl

Eine belastbare Spezifikation beginnt mit dem Bearbeitungsergebnis.

Für einen technischen Vergleich sollten zunächst Bauteil beziehungsweise Objekt, Ausgangszustand, geforderter Endzustand, Taktzeit und Umgebungsbedingungen definiert werden. Erst danach sind Druck, Förderstrom, Düsenkonzept oder Achssystem sinnvoll zu bewerten.

Anforderungsprofil aufbauen
01

Prozess definieren: schneiden, reinigen, entschichten, entgraten, abtragen oder nachbearbeiten.

02

Qualitätsziel festlegen: Schnittgüte, Restverschmutzung, Abtragstiefe, Gratfreiheit oder Oberflächenzustand.

03

Produktivität bestimmen: Bauteilzahl, Flächenleistung, Taktzeit und notwendige Verfügbarkeit.

04

Systemgrenzen klären: Platz, Medien, Abwasser, Lärm, Zugang, Sicherheit und Service.