Oberflächenbearbeitung

Industrielles Reinigen und Entschichten mit Hochdruckwasser.

Hochdruckwasser löst Verschmutzungen, Ablagerungen und Beschichtungen mechanisch von Oberflächen. Prozesswirkung und Flächenleistung werden über Druck, Förderstrom, Düsenkonzept, Arbeitsabstand und Werkzeugbewegung auf den Untergrund abgestimmt.

Stand 2026-08-30

Der Strahl soll die Schicht lösen, nicht den Grundwerkstoff unkontrolliert beschädigen

Beim Reinigen und Entschichten wird die lokale Strahlwirkung so gewählt, dass die abzutragende Verschmutzung oder Beschichtung zuverlässig gelöst wird. Je nach Materialpaarung kann derselbe Prozessparameter den Untergrund lediglich reinigen, aufrauen oder bereits abtragen. Deshalb sind Versuche mit repräsentativen Oberflächen ein wichtiger Bestandteil der Prozessauslegung.

Druck, Förderstrom und Vorschub bestimmen gemeinsam die Flächenleistung

Der Betriebsdruck beeinflusst die Strahlgeschwindigkeit; Förderstrom und Düsenanzahl wirken auf die verfügbare hydraulische Leistung. Arbeitsabstand, Auftreffwinkel und Vorschub bestimmen zusätzlich, wie viel Energie pro Fläche eingebracht wird. Ein höherer Druck ist daher nicht automatisch die wirtschaftlichste Einstellung.

Werkzeug und Mechanisierung richten sich nach Fläche und Zugänglichkeit

Für manuelle Arbeiten kommen beispielsweise Pistolen und Lanzen zum Einsatz. Größere oder regelmäßig wiederkehrende Flächen können mit rotierenden Werkzeugen, Flächenreinigern oder mechanisch beziehungsweise ferngesteuert geführten Systemen bearbeitet werden. Bei stationären Bauteilen ist auch eine geschlossene Reinigungszelle möglich.

Abgelöste Stoffe müssen beherrscht werden

Wasser, Lackreste, Korrosionsprodukte oder andere Verunreinigungen verbleiben nach dem Prozess nicht einfach „weg“. Auffangen, Filtern, Absaugen, Schlammbehandlung und Entsorgung sind entsprechend der tatsächlichen Stoffbelastung zu planen.

Wesentliche Daten für die Prozessauslegung

  • Art und Haftung der zu entfernenden Schicht
  • Material und zulässiger Zustand des Untergrunds
  • Fläche, Geometrie und Zugänglichkeit
  • geforderte Flächenleistung und Oberflächenqualität
  • manuelle oder mechanisierte Werkzeugführung
  • Umgang mit Prozesswasser und abgetragenen Stoffen

Technische Referenzen: Hammelmann – Anwendungen · KAMAT – Wasserstrahlen.