Grat und Bauteil bestimmen die Strahlstrategie
Beim Entgraten muss ausreichend Energie am Grat ankommen, ohne funktionsrelevante Konturen des Bauteils unzulässig zu verändern. Entscheidend sind Lage und Ausprägung des Grates, Werkstoff, Kanten- beziehungsweise Bohrungsgeometrie und die zulässige Veränderung der Oberfläche.
Düse, Abstand, Winkel und Verweilzeit werden auf die Geometrie abgestimmt
Schwer zugängliche Kreuzbohrungen oder Innenkonturen erfordern eine andere Strahlführung als frei zugängliche Außenkanten. Bei automatisierten Prozessen werden Werkzeugposition, Bewegungsbahn und Bearbeitungszeit so festgelegt, dass alle relevanten Stellen reproduzierbar erreicht werden.
Entgratanlagen sind häufig geschlossene Bearbeitungssysteme
Für serielle Bauteile bietet sich eine eingehauste Zelle mit definierter Werkstückaufnahme und automatisierter Düsenführung an. Zusätzlich können Filtration, Teilehandling, Trocknung und Prozessüberwachung in die Anlage integriert werden. Das Anlagenkonzept hängt stark von Taktzeit, Bauteilsauberkeit und geforderter Automatisierung ab.
Abnahmekriterien müssen vor dem Versuch feststehen
Eine belastbare Prozessfreigabe benötigt messbare Kriterien: Welche Grate dürfen verbleiben? Welche Kantenveränderung ist zulässig? Welche Restverschmutzung wird akzeptiert? Erst mit definierten Prüfmerkmalen lassen sich Versuche und Anbieterangebote technisch vergleichen.