Druckerzeugung

Hochdruckpumpen: Nicht nur der Druck entscheidet.

Die Pumpe stellt die hydraulische Leistung für den Prozess bereit. Welche Bauart passt, lässt sich aber nicht allein aus einem maximalen bar-Wert ableiten. Volumenstrom, Betriebsart, Werkzeug, Regelung und Wartung gehören zur Auswahl dazu.

Die Pumpe ist Teil einer Prozesskette

Eine Wasserstrahlanlage braucht nicht einfach „viel Druck“. Die Druckerzeugung muss zum Strahlwerkzeug und zur gewünschten Wirkung passen. Bei einer Reinigungsanlage kann ein hoher Volumenstrom entscheidend sein; beim Präzisionsschneiden stehen andere Kombinationen aus Druck, Düse und Prozessführung im Vordergrund.

Deshalb sind Betriebsdruck, Fördermenge und Antriebsleistung zusammen zu betrachten. KAMAT verknüpft diese Größen beispielsweise in seinem Düsenrechner; Hammelmann bietet Plungerpumpen in sehr unterschiedlichen Druck- und Fördermengenbereichen an.

Begriffe unterscheiden sich je nach Teilmarkt

Im Wasserstrahlschneiden wird häufig zwischen Direct-Drive-Pumpen und Intensifier-Pumpen unterschieden. Flow beschreibt beide Konzepte als etablierte Wege zur Erzeugung von Ultrahochdruckwasser. OMAX bietet ebenfalls beide Pumpenfamilien an.

In der industriellen Hochdruckreinigung sprechen Hersteller dagegen oft allgemeiner von Plungerpumpen oder Hochdruckaggregaten. Hammelmann beschreibt unter anderem Triplex- und Quintuplex-Plungerpumpen. Die Begriffe sind deshalb nicht immer eins zu eins zwischen den Märkten übertragbar.

Wichtig bei VergleichenEin Herstellerbegriff aus dem Schneidmaschinenmarkt ist nicht automatisch die passende Klassifikation für eine Reinigungs- oder Entgratungsanlage.

Druck, Volumenstrom und Düse müssen zusammenpassen

Der Druck beeinflusst die Geschwindigkeit des Wasserstrahls, während Düsendurchmesser und Volumenstrom die tatsächlich bereitgestellte Wassermenge und hydraulische Leistung mitbestimmen. Ein kleiner Düsenquerschnitt bei sehr hohem Druck ist deshalb nicht dasselbe wie ein größerer Volumenstrom bei niedrigerem Druck.

Für eine technische Anfrage ist es sinnvoller, zunächst Prozess, Werkzeug und gewünschte Bearbeitungswirkung zu beschreiben. Daraus kann anschließend die Druckerzeugung ausgelegt werden.

Dauerbetrieb, Regelung und Wartung

Bei industriellen Anlagen ist nicht nur der Nennpunkt relevant. Zugänglichkeit von Verschleißteilen, Wartungsintervalle, Regelbarkeit, Kühlung, Wasserqualität und die Verfügbarkeit von Service beeinflussen die Betriebskosten. Auch die Frage, ob mehrere Werkzeuge aus einer zentralen Hochdruckversorgung gespeist werden sollen, kann die Systemarchitektur verändern.

Fünf Fragen vor der Pumpenauswahl

  • Welche Bearbeitungswirkung soll erreicht werden?
  • Welche Düse oder welches Wasserwerkzeug ist vorgesehen?
  • Wie lange läuft die Anlage typischerweise unter Last?
  • Wird ein einzelnes Werkzeug oder ein Netz mit mehreren Verbrauchern versorgt?
  • Welche Anforderungen bestehen an Regelung, Wartung und Medienversorgung?

Quellenbasis: Flow – Basics of a Waterjet Pump · OMAX – Pump Technology · Hammelmann – Hochdruckpumpen-Technik · KAMAT – Düsenrechner.